Unsere Chronik


Ich möchte Euch nun mal im Zeitraffer durch die 5 Jahrzehnte des Wömlitzer Fussballs führen. Alles konnte natürlich nicht zusammen getragen werden, aber an einige Geschichtchen sei hier erinnert.

Die Anfänge

In der Spielserie 1963/64 nahm erstmals eine Herrenmannschaft der TSG Wörmlitz am Punktspielbetrieb der Stadt Halle teil.
Hervorgegangen aus der SG Dynamo Süd II. Mannschaft startete man die ersten beiden Spieltage noch unter diesem Namen, ehe nach der Gründung am 05.09.1963 zwei Tage später der Startschuss für die „TSG Wörmlitz-Böllberg“ fiel.
Erster Gegner war HTB Halle und das Spiel konnte von unserer Mannschaft in Wörmlitz mit 1:0 gewonnen werden. Geführt wurde diese Elf von Trainer Paul Steiger.
1963 durfte unser Verein gleich in der 2. Kreisklasse beginnen, da der Platz von Namensvorgänger Dynamo Süd behalten werden durfte. In dieser Klasse spielte die TSG 22 Jahre, ohne Auf- oder Abstieg!


Ein Highlight der damaligen Generation war am 19.10.69 der 3:2-Auswärtssieg beim Spitzenreiter und hohen Favoriten Porzellan Lettin, der sensationelle Züge trug, da die TSG Wörmlitz kurz vorher vom Sportgericht für zwei Spiele wegen Platzverlassens bei Chemie Ammendorf gesperrt worden war und man somit als „Kellerkind“ nach Lettin fuhr.
Die älteren Sportfreunde unter uns werden sich gern daran erinnern, da einige Spieler live dabei waren.


Die 70er


Anfang der „Siebziger“ tat sich in Wörmlitz einiges.
1970 wurde unter Trainer Ralf Rückwaldt die Nachwuchsabteilung gegründet, mit einer Kinder-und Knabenmannschaft startete man in die Saison. Die Nachwuchsabteilung konnte bis heute durchgängig aufrecht erhalten werden, obwohl es im Laufe der Jahre manche Klippe zu umschiffen gab.
(1998/99 gab es eine solche, aber Dank Ditmar Schröder konnte man für die folgende Serie mehrere Nachwuchsmannschaften am Spielbetrieb teilnehmen lassen)
Zog man sich in den „60ern“ noch im Gasthof in Wörmlitz um, so bezogen die Spieler 1970 einen Eisenbahnwaggon am Sportplatz als Umkleideraum, der später als Geräteschuppen bis 1990 genutzt wurde.
So manche Fete wurde darin gefeiert, wer von den Beteiligten kann sich da wohl nicht erinnern?


Es war keine Seltenheit, dass die Morgendämmerung schon einsetzte. Für die Mannschaftssitzungen war jener Ort auch ideal. Das war Nostalgie und Gemütlichkeit PUR.


1974 dann ein Kultursprung in Wörmlitz. Das Sportlerheim mit 2 Kabinen, Gaststätte und Sanitärtrakt wurde erbaut. Wilfried Wirth war damals der treibende Keil, der Manager dieses Projektes sozusagen. Ohne ihn wäre dieses Objekt zur damaligen Zeit mit Sicherheit nicht realisierbar gewesen.
Ende der 80er Jahre wurde das Gebäude um drei weitere Kabinen erweitert, so wie es heute noch Bestand hat. Im Laufe der Zeit wurde auch mit Hilfe der Stadt modernisiert, eine moderne Heizung wurde installiert, die vieles einfacher und bequemer machte. Badeofen und „Kanonenofen“ im Sportlerheim fielen weg.
Sportlich war man mit dem Herrenteam weiterhin in der 2. Kreisklasse vertreten, es konnte dann sogar eine II. Mannschaft gemeldet werden, die aus der BSG Spedition hervorging. Seit 1978 stellte die TSG Wörmlitz dann immer mindestens zwei Herrenteams. Ab dieser Zeit machte sich die gute Nachwuchsarbeit bezahlt und man konnte immer Spieler in den Herrenbereich eingliedern.


Die 80er


In den 80er Jahren setzte eine kontinuierliche positive Entwicklung im Herrenbereich ein. Unter Trainer Wolfgang Gutschalk stieg die I. Herren 1985 erstmalig in die I. Kreisklasse (heutige Stadtoberliga) auf. Fundament dieses Erfolges war die gute Nachwuchsarbeit in Wörmlitz, denn die Mannschaft bestand aus vielen Eigengewächsen. Leider stieg man ein Jahr später wieder ab, was jedoch kein Beinbruch war. Dem Spaß am Fussball und dem Zusammenhalt in Wörmlitz schadete dieser nicht.

Ein Jahr später war die TSG wieder Stadt-erstklassig, eine Serie weiter wieder nicht. So etwas nennt man wohl heute noch Fahrstuhlmannschaft.
1989/90 schaffte es unsere II. Mannschaft, in der 3. Kreisklasse ungeschlagen Staffelsieger zu werden und zwar vor solch starken Mannschaften wie Seeben II, Dölau II, Einheit II oder Lok II.


Die 90er


In den 90er Jahren setzte sich das Auf- und Ab der 1. Herrenmannschaft fort. 1991 aufgestiegen, konnte ein Jahr später der größte Erfolg der Vereinsgeschichte gefeiert werden: Der Klassenerhalt in der Kreisliga (heute Stadtoberliga). Dann ging es leider wieder eine Etage tiefer, ehe man dann 1998 wieder einen Aufstieg feiern durfte.
Unsere „Zwoote“ spielte in jenen Jahren oft als „Reserve“ die nicht aufstiegsberechtigt war, und auch nicht absteigen musste. Meist konnte ein respektabler Mittelfeldplatz belegt werden.

Mitte der 90er Jahre stand das Vereinsleben in Wörmlitz kurz vor dem Kollaps. Der damalige Präsident der TSG, Klaus-Jürgen Schauer, hatte alle Hände voll zu tun, um vermeintliche Eigentumsansprüche einer Person abzuwenden. Mit Hilfe der Stadt und der BILD-Zeitung gelang dies zum Glück.
1995 fuhren alle Nachwuchsmannschafen der TSG zum Pfingsturnier nach Hamburg.

Das neue Jahrtausend


Das neue Jahrtausend hatte bisher viele Höhepunkte parat und wird in den folgenden Jahren wohl noch einige zu bieten haben. So sollte unser Platz 2002 von der Stadt renoviert werden, doch diese Geschichte entpuppte sich als Flop. Vier Jahre später nahmen die Mitglieder der TSG die Sache selbst in die Hand und richteten die Spielfache in wochenlanger mühseliger Arbeit in einen ordentlichen Zustand. 2500 Quadratmeter Rollrašen wurden verlegt.
2008 kümmerte sich unser damaliger Präsident Klaus Kallmeier um das nächste Projekt in Wörmlitz, den Bau eines Brunnens. Beides wurde übrigens aus eigenen Mitteln finanziert.


Sportlich waren die Fussballer der TSG recht erfolgreich.
2003 stieg die 1. Herren letztmalig in die Stadtoberliga auf und zählt seitdem zu den Spitzenteams. 2004 erreichte man das Pokalfinale, welches auf dem Einheit-Platz in einer dramatischen und denkwürdigen Partie gegen den höherklassigen VfL Seeben mit 4:6 nach Verlängerung verloren wurde. Sieben Jahre später, am 21.5.2011, machte die TSG sensationell die Stadtmeisterschaft perfekt und stieg in die Landesklasse auf und das wieder ausgerechnet auf dem Einheit-Platz: nach der schmerzlichen Niederlage im Pokal nun der schönste Sieg!
Immerhin vor solch renommierten Vereinen wie BW Dölau, Vfl Seeben, Lettin Seeben, FSV 67, BSV Ammendorf II. oder FC Neustadt. Vierzehn Tage später konnte in Wörmlitz sogar der hallesche Supercup gegen BW Dölau gewonnen werden (6:5 nach Elfmeterschießen).

Der Klassenerhalt in der Landesklasse war dann der absolute Höhepunkt unseres sportlichen Vereinslebens. Zwei Jahre Landesfußball waren schön, abel auch jetzt wieder Stadtoberliga sind keine Katastrophe.


Unsere A-Junioren unter Trainer Jens Neubauer halten unsere Farben im Land hoch, denn sie treten in dieser Saison in der Landesliga gegen den Ball. Unsere II. Herren konnte 2005 den SPV-Pokal gewinnen und in der Vorsaison Platz 2 in der 1.Stadtklasse belegen, was gleichbedeutend mit der Rückkehr in die Stadtliga ist, aus der man ein Jahr zuvor abgestiegen war. So konnte der „Betriebsunfall“ der Mannschaft um Trainer Nico Gierschner ausgebügelt werden.
Im Nachwuchs konnten die ersten Früchte in Form von Titeln geerntet werden. Die D-Junioren gewannen 2012 die Hallenstadtmeisterschaft und den Stadtpokal, in der Meisterschaft wurde Platz 2 belegt. Viele gute Platzierungen in den verschiedensten Altersklassen wurden erreicht; Dank der immensen Anstrengungen all unserer Übungsleiter.


Mögen sich all die Mühen aller am Wörmlitzer Fussball Beteiligten weiterhin lohnen, der Spaß beim Fussballspielen in Wörmlitz auf ewig erhalten bleiben und alle Mitglieder, Fans und Sponsoren der TSG stets die Treue halten.


Jörg Patzner
Präsident TSG Wömlitz-Böllberg e. V.

Deine Barrierefreiheit